Connected


I) Neulich in einem Garten, unweit von Krems...


irgendein Nachmittag, ohne genauen Beginn und ohne vorher festgelegtes Ende. Gemeinsam eine Wurmkiste gebaut, den kleinen zugesehen, spielerisch Bewegungen auszuprobiert, gelacht, mit lieben Menschen Zeit verbracht, ohne Handy oder Uhrzeit im Auge zu behalten.

Und dabei ohne spektakuläre Erlebnisse ein Gefühl von tiefem Vertrauen und Verbundenheit mit nach Hause genommen.


II) Das Team um Neurowissenschafter Uri Hasson der Princeton University erforscht die Auswirkungen von Geschichtenerzählen auf die Gehirnaktivität mittels funktioneller Magnetresonanztomographie.

Beim Hören der selben Geschichte entstehen bei Probanden gleiche Muster von Gehirnaktivität. Beim Erzähler ebenso wie beim Zuhörer. Und auch beim Übersetzen der Geschichte in eine andere Sprache sind die enstehenden Aktivitätsmuster bei Erzähler und Zuhörer die gleichen. Die "Ausrichtung" und Angleichung der Gedankenwelt bei einer gleich gehörten Geschichte ist somit darstellbar. Spannend, finde ich. Wie sehr bleiben unsere Gedanken unsere eigenen beim Zuhören? Und welche Bedeutung kommt daher dem Geschichtenerzählen zu?

----------

Wann entsteht bei dir ein Gefühl von "Verbundenheit"? - mit dir selber, mit anderen, mit deiner Umgebung?

Beobachtungen



 "Von den Engeln aus gesehen, sind die Wipfel der Bäume Wurzeln vielleicht, die den Himmel trinken." (Rainer Maria Rilke)

Am 29.06.2016 machten sich zur selben Zeit an mehreren Stellen im Garten fliegende Ameisen auf den Weg. Sie flogen von ihrem Erdreich zielstrebig in den Himmel. Warum heute und zu dieser Uhrzeit? Hat sie jemand gerufen oder sie an ihre Aufgabe erinnert? Orientieren sie sich am Mond, an der Sonne oder am Regen? Landen sie auch alle zur gleichen Zeit? Hören sie abrupt auf oder erst, wenn alle von ihnen ausgeflogen sind?


Einige Stunden später pufften Brennesseln Staubwölkchen in die Luft. Wie kleine Explosionen. Gibt es etwa einen Zusammenhang mit den fliegenden Ameisenaufbrüchen?

Bei all diesen Beobachtungen frage ich mich ständig: Was lehrt uns die Natur? Wie funktioniert sie? Und warum fällt es uns, uns Menschen, manchmal so schwer, uns auf unsere Aufgabe(n??) im Leben zu fokussieren, wenn die Aufgaben in der Natur jedes einzelnen Existierenden - vom Stein angefangen bis zum organischen Lebewesen - doch so eindeutig festgelegt scheinen und unhinterfragt ausgeführt werden?

Mit einem Zitat fing mein erster Eintrag an und mit einem weiteren schließe ich ihn wieder:

"Wir kommen nicht auf die Welt, um Antworten zu finden, sondern um Fragen zu stellen." (Robert Seethaler, Der Trafikant)

...und wer weiß, was diese Fragen mit uns machen und wo sie uns hinführen werden...