Beginnen tut die Reise mit dem Einrichten des Arbeitsplatzes und dem Vorbereiten der Werkzeuge Zugmesser, Zughobel, Schaber, Schleifpapier, Feile, Raspel und einem Bleistift. Danach geht es an die Auswahl des Holzes, ….. , im Bogenbauer Fachjargon genannt. Schon jetzt ganz am Anfang, beginnt das Handwerk des Bogenbauers mit dem inneren Gefühl. Mit einer Balance zwischen Intuition und bewusster Überlegung solle man sich sein Holz aussuchen, habe ich von Hans meinem Bogenbaulehrer gelernt.
Das Aussuchen ging diesmal recht schnell. Einer der …. sprang mir ins Auge. Da ich es mir bei diesem Bogen etwas leichter machen wollte überprüfte ich kurz ob er nicht zu viele Äste und Windungen aufwies, da das, das Bauen um einiges erschweren kann und noch genauere Arbeit erfordert. Motiviert klemmte ich das Holz in den Schraubstock und begann mit dem Zugmesser die Rinde ab zu schnitzen bis ich auf den ersten Jahresring stieß.
Die Fläche des Bogenbauches sollte idealerweise über einen Jahresring verlaufen. Um sicher zu gehen, dass mein Bogenbauch keine Schäden aufwies, die unter Anderem durch das Fällen verursacht werden können, schnitze ich noch 3 Jahresringe tiefer. Zug für Zug arbeite ich mich mit dem Zugmesser entlang des Holzes, über die gesamte Fläche durch den Bast. Als die Rindenspäne über das Messer gleiten, von der Klinge abspringen und zu Boden fallen, nehme ich mir einen Moment Zeit um einen Blick auf die Späne zu werfen. Die Rinde ist rau, die Jahresringe feinfasrig abwechselnd dunkel und hart, dann hell und etwas weicher. In diesem Moment wird mir bewusst, dass ich mich gerade durch mehrere Jahre dieser Robinie bzw. falschen Akazie schnitze. Ich frage mich wie alt dieser Baum überhaupt war, was er erlebt hat und versuche mir vorzustellen was seine Rinde schon alles gesehen hat...












