Is schon komisch, diese Realität...
Die sachen passieren immer ganz zufällig ganz gleichzeitig und ich brauch 30 Jahre um draufzukommen, dass das, was ich bisher für Realität gehalten hab nur eine Geschichte in meinem Kopf ist.
Aber beginnen wir weiter vorne. Synchronizität...ein Forschungsfeld, mit dem sich Psychoanalytiker, Hirnforscher, Neurophysiologen, Quantenphysiker und wer sonst noch aller auseinandersetzen. Die synchronizität, also das gemeinsame Auftreten verschiedener, scheinbar unabhängiger Eregnisse, die in dem auftretenden Kontext Sinn ergeben (sinngemäß). Was, wenn diese "Zufälle", so wie ich sie früher bezeichnet hätte - tatsächlich kleine Verständnisfenster in die größeren Zusammenhänge unserer Realität sind.
So darf ich das - immer häufiger - erleben und erkenne deshalb immer mehr, wie sehr die Synchronizität von Ereignissen tatsächlich nur ein Ergebnis vom Verständnis von Zusammenhängen darstellt.
Warum ich davon überzeugt bin?
Weil ich lerne, meine Wahrnehmung zu erweitern. Weil ich lerne, achtsam zu sein und zuzuhören. Zu beobachten. Nichts ist irrelevant. Jeder Gedanke, jeder Impuls, jedes Ereignis hat seine Auslöser, seinen Kontext in dem es einen logischen Sinn ergibt.
Dazu eine kleine Geschichte vom letzten Wochenende:
Ich befinde mich in Tirol, bei einem Kurs mit Jon Young. Etwa 80 Kursteilnehmer, geteilt in Gruppen zu 10, treffen sich mit je einem Betreuer um Instruktionen zu erhalten. Ich bin seit einem Tag barfuß unterwegs, mitten im Fichtenwald. Weit und breit nur Bäume. Als wir uns treffen, blitzt in meinen Gedanken das bild von Brombeerstauden auf. Kurz denke ich daran, doch Schuhe anzuziehen, verwerfe den Gedanken aber wieder weil ja eh weit und breit nur Fichtenwälder sind. Wir werden als Gruppe an einen Platz geführt an dem ich noch nie zuvor war. Mitten im Wald. Unsere Aufgabe: Entspannen und die Sinne bewusst einschalten. Wahrnehmung. Dann: "Lasst euch von irgendeinem Platz in der Umgebung anziehen, achtet darauf, ob ein Bild oder ein Gefühl, oder ein Geruch in eurer Aufmerksamkeit auftaucht." Mir springt das Bild von 2 Ahornblättern auf. Ich nehme es wahr, gemeinsam mit meinen Gedanken "das ist relevant aber die Interpretation dieses bildes ist nur im Kopf entstanden". Dennoch - ich spiele mit. "Lasst euch jetzt von eurem Körper zu dem Platz führen, der euch ruft." Also gut. Ich gehe meinem "inneren Kompass" nach. Das bild der Ahornblätter lässt mich nicht los. Ich gehe ziellos diesem inneren Bild nach. Kein Ahorn. Ich trete auf eine kleine Lichtung. Aua. Mitten in die Brombeeren...Barfuß (ah ja, da war ja was...). Ich will umdrehen aber mein Körper sagt: mitten durch... also spiele ich das spiel wieder mit und kämpfe mich durch die brombeeren im hohen Gras. Ich treffe auf einen Platz, an dem mir als erstes ein Roter Plastikring auffält und denke mir: Egal ich nehm halt den Platz, wenn er schon so lustig markiert ist. Ich setze mich hin und das erste worauf mein Blick fällt: 2 Blätter - genau wie das bild der Ahornblätter in meinem Kopf...aber es sind Eschenblätter. Ich reflektiere für einen Moment und mir wird wieder bewusst, dass sowohl die Brombeeren als auch die Ahornblätter (und der Gedanke, dass die Ahornblätter nicht ganz stimmig sind), schon vorher irgendwo in meinem Unterbewusstsein herumgeirrt sind. Beim gemeinsamen Reflektieren danach erzählen viele der 80! Kursteilnehmer ganz ähnliche Geschichten. Zufall? Vielleicht.
Eine andere Geschichte handelt von einem Marder. Einen Tag später. Ich stehe früh morgens auf und gehe aus dem Camp richtung Wald. Das Bild eines Marders taucht plötzlich in meinem Kopf auf. Mir fällt wieder ein, dass am Vortag jemand von einem Marder in der direkten Umgebung gesprochen hat. Ich überlege kurz, mich direkt da, wo angeblich Marder unterwegs sein sollen, ins Gebüsch zu setzen um auf den Marder zu warten. Da mein Gefühl mich aber woanders hintreibt, folge ich dem Impuls...Ich gehe quer durch den Wald, wieder zu dem Platz vom Vortag. Da setze ich mich hin und versuche mich wieder in die Umgebung hineinzutunen, meine Sinne zu öffnen. Der gedanke an das Camp und den Marder ist längst verflogen als plötzlich mitten in meinem Blickfeld ein Marder hinter einer Wurzel auftaucht und mich anstarrt...
Der Marder ist schnell wieder verschwunden aber dieses Gefühl ist geblieben.
Dieses wunderbare Gefühl in mir, dass selbst meine Gedanken immer Sinn ergeben in dem jeweiligen Kontext, in dem ich mich befinde - es wird häufiger und häufiger. Ich erkenne immer mehr Zusammenhänge.
Die Erkenntnis? Ich weiß nicht ob ein Teil meines Unterbewusstseins schon mehr gewusst hat als mein Bewusstsein oder ob die Welt um mich herum mit mir kommunizieren kann. Oder beides. Aber diese Erlebnisse häufen sich und ich fühle mich gleichzeitig mehr verbunden, erfüllter und lebendiger. Ich erlebe mich mit all meinen Gedanken und Wahrnehmungen als logischer Teil eines Ganzen. Sozusagen ergibt meine innere Wahrnehmung von mir selbst im Kontext der äußeren Wahrnehmung plötzlich soviel Sinn. Ich erlebe mich selbst als Sinnerfüllt. Und meine Handlungen werden dadurch auch sinnvoller, weil sie besser in den Kontext passen. Ich erkenne, meines eigenen Glückes Schmied zu sein, ist eine Frage der Intention.
Ehrlich gesagt ist mir egal, was die Quantenphysikalische Erklärung ist. Das Leben ist so einfach genial und ich weiß, dass tiefere Verbundenheit mit mir und meiner Umgebung zu erfüllenderen Erlebnissen führt. Umso mehr wenn ich in Gemeinschaft mit anderen bin, mit denen ich diese Erlebnisse erleben und teilen kann.
nice!
AntwortenLöschenich glaub', realität ist IMMER eine frage der perspektive. und - raus aus der box war noch nie schlecht! bin gespannt, was da noch alles auf uns zu kommt:
http://tinyurl.com/zlbzalq